Pressestimmen

„Wer glaubt, er kenne Klezmer, obwohl er noch nie Voices of Ashkenaz begegnet ist, der liegt falsch. Die zwei Damen und zwei Herren spielen diese Musik nämlich völlig frei von artifizieller Folklore oder Klischees. Stattdessen besinnen sie sich darauf, was diese Lieder einmal waren: musikalische Erzählungen. Im Jüdischen Zentrum in München begeistert das Quartett mit herzhaft entschlackten Liedern, in denen die Texte gleichberechtigt neben der Musik stehen.
Sprache ist auch das Leitmotiv des Abends, es wird Hebräisch, Deutsch und Jiddisch gesungen, wobei man lernt: Es gibt im Jiddischen auch noch verschiedene regionale Varianten. Durch den
Kniff, die Instrumentierung so knapp zu halten wie irgend möglich, entfalten die Lieder immense Kraft und wirken so vital, wie man sie selten hört. Viel mehr als eine Gitarre, einen Kontrabass und eine Geige wird man früher auch nicht gehabt haben, als man sich zum Musizieren traf. Gerade der Raum ist entscheidend, den sich diese Instrumente gegenseitig lassen, damit die Musik
zum Atmen gebracht wird.
Und dann gibt es noch das spektakulärste aller Instrumente, die menschliche Stimme. Sveta Kundish verfügt über eine mehr als beachtliche Bandbreite. Das betrifft nicht nur den Umfang ihre Stimme, sondern auch ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Voices of Ashkenaz spielen nicht einfach nur Nummern, sondern führen sie buchstäblich auf, erfüllen sie mit Leben und verleihen den Liedern eine Tiefe, die Spuren hinterlässt.
Dazu gehört ein gerüttelt Maß an handwerklichem Können. Es wirkt unaufgeregt und einfach, was die Vier da auf der Bühne treiben, aber das ist es natürlich keine Sekunde. Um es so leichtfüßig
erscheinen zu lassen, muss man hart arbeiten. Enthusiastischer Applaus für zwei Stunden Seelenbalsam.

Zoran Gojic im Münchener Merkur vom 6. September 2016

 

Link zum Artikel über das Eröffnungskonzert des Yiddish Summer Weimar am 10.07.2016

 

„Eine Global-Kooperation, die wunderschöne Früchte trägt: […] Dass die weltweit bekannte Klezmer-Protagonistin [Deborah Strauss] auch eine überaus präsente Sängerin ist, zeigt sie mit packenden Miniaturen, die schon Kunstlied-Niveau erreichen. Svetlana Kundish setzt da noch eins drauf: Ein klassisch geschulter Sopran, wie er höhensicherer und tonschöner kaum sein kann, lotet die gemeinsamen Wurzeln alter deutscher und jiddischer Volkslieder aus.

Eine musikwissenschaftliche Spurensuche mit Sexappeal, ein Liederabend mit Verwöhngarantie, eine Konzertnacht, an die man sich lange und gerne erinnert.“

Fürther Nachrichten vom 11.03.2013

 

„Vier Musiker aus Deutschland, den USA, der Ukraine und Israel zelebrierten als „Voices of Ashkenaz“ schwungvoll, fröhlich ebenfalls die Verwandtschaft von deutschen und jiddischen Volksliedern. Der herrliche Sopran von Svetlana Kundish tanzte mit der Geige von Deborah Strauss, ebenfalls eine ausgezeichnete Sängerin, um die Wette, begleitet von Thomas Fritze (Bass, Percussion) und Andreas Schmitges (Gitarre), der auch die launige Moderation übernahm.“

Elisabeth Höving in der WAZ vom 19.10.2012

WEDEL. Sie traten auf die Bühne und eroberten innerhalb weniger Minuten ihr Publikum. Die „Voices of Ashkenaz“ waren nach Wedel gekommen und brachten musikalisch hoch interessantes Liedgut mit. Zur vorletzten Vorstellung des 19. Kleinkunstfestivals begrüßte Käpt’n Hannes Grabau etwa 70 Gäste in der gemütlichen Stube auf dem alten Schiff. Mit dem bekannten Klezmer-Trio „A Tickle In The Heart“ standen die Musiker Andreas Schmitges und Thomas Fritze aus Köln bereits zwölf Mal zuvor auf der Batavia-Bühne. Am Sonntagabend kamen sie in Begleitung der Fiddel-Virtuosin Deborah Strauss aus New York und der begnadeten Sopranistin Svetlana Kundish aus der Ukraine/Israel nach Wedel. Sie begeisterten das Publikum mit den überraschenden Verwandtschaften und erstaunlichen Parallelen zwischen jiddischen und deutschen Volksliedern. Das Jiddische ist eine Mischsprache aus hebräischen, slawischen, romanischen und mittelhochdeutschen Anteilen. „Ashkenas“ bedeutet im Hebräischen „Deutschland“. „Voices of Ashkenaz“ stellt die Verbindung zwischen der jiddischen und deutschen Sprache in einem Wort her.

Das Konzertprogramm führt die beiden Sprachen und Kulturen zusammen. Die Musik – ursprünglich aus der Renaissance – wird mal ernst, aber meist sehr lebenslustig und temperamentvoll von den vier Musikern vorgetragen. Vor rund 400 Jahren hatten sich die Wege und Traditionen der gemeinsamen Volkslieder getrennt. Sie haben sich jeweils in der jiddischen und in der deutschen Kultur ganz unterschiedlich weiter entwickelt. Erst vor kurzer Zeit wurden die uralten Lieder wiederentdeckt und fanden an diesem „historischen“ Abend zueinander. Das Ergebnis ist absolut spannend und kreativ gemeistert. Dieselben alten Lieder abwechselnd auf Deutsch und Jiddisch zu hören, erschien dem Zuhörer seltsam vertraut und trotzdem unerwartet neu. Das Publikum dankte den Künstlern mit langem Applaus.

Kirsten Heer im Wedel-Schulauer Tageblatt vom 21. November 2012